Aus Gunslebens Sportgeschehen

1960 wurde die SG 1960 Gunsleben gegründet

Auf Vereinsebene organisierten Sport gab es in Gunsleben erstmals 1888. In diesem Jahr wurde der Männer-Turn-Verein (MTV) Gunsleben gegründet, der sich mit Geräteturnen befasste. Vereins - und Übungslokal war die Gaststätte Deutsches Haus. Der MTV Gunsleben feierte 1938 sein fünfzigjähriges Bestehen, die Wirren und das Ende des Zweiten Weltkrieges überlebte er allerdings nicht.
Die Stationierung einer Abteilung des Reichsarbeitsdienstes (RAD) in Gunsleben 1935 setzte den Bau eines Sportplatzes auf die Tagesordnung, der 1937 im Gebiet der „Sandkuhle“, vollendet wurde.

Fotos oben: Der MTV Gunsleben feierte 1938 sein fünfzigjähriges Bestehen,

Fotos unten: Sportplatzbau durch den RAD / Gunsleber Mädchengruppe??

Nach dem 2. Weltkrieg gründeten fußballbegeisterte Einwohner und Umsiedler zusammen mit Sportfreunden aus der Nachbargemeinde Wackersleben die ZSG (Zentrale Sportgemeinschaft) Gunsleben/Wackersleben, die in der damaligen 1. Kreisklasse eine durchaus akzeptable Rolle spielte, zumal seinerzeit der Landkreis Oschersleben auch große Teile des 1952 wieder geschaffenen Landkreises Halberstadt umfasste.
Nach der Trennung von Wackersleben erfolgte am 27.5.1955, unterstützt von der inzwischen in Gunsleben gegründeten LPG Philipp Müller, die Gründung der SG Philipp Müller Gunsleben mit den Sektionen Fußball, Damen-Handball und Schach.

Gesucht werden die Originale dieser aus einem Album abfotografierten Fotos sowie die Namen der heute nur noch teilweise bekannten Sportlerinnen und Sportler.

Foto rechts: Keulen Reigen, Kindertag 1953, v. li.: Rosa Gaile, Rosemarie Külz, Brigitte Heene, Inge Schmidt, Renate Schulz, Evi Otto, Ingrid Spahl, Inge Pokatzki und Loni Baesler

Ende der 1950iger Jahre gelang es dem Lehrer Dietmar Buchholz einige Einwohner Gunslebens für den Tischtennis-Sport zu interessieren und den TT-Sport im Ort heimisch zu machen. So trainierten bald mehrere Gunslebener im heruntergekommenen Saal der einstigen Hildebrandt'schen Gaststätte, der zeitweise sogar noch als Getreidelager der LPG genutzt wurde, unter seiner Anleitung. Somit steht Dietmar Buchholz ohne Zweifel das Verdienst zu, als Begründer des TT-Sports in Gunsleben bezeichnet zu werden.
Am 12.3.1960 traten die Sportfreunde Joachim Roland , Willi Baesler , Herbert Schinke , Hans Rahn , Rainer Busch und Dietmar Buchholz unter der Bezeichnung „FDJ Gunsleben“ (Freie Deutsche Jugend) zum ersten Vergleichskampf gegen eine Auswahl Wackerslebens an, der Unentschieden endete.

In der Folgezeit fanden weitere TT-Interessierte Gunslebens den Weg zum Wettspielbetrieb, der nach der Gründung der SG 1960 Gunsleben am 15.08.1960 (heute SV 1960) in geordnete Bahnen gelenkt wurde.

Anfangs beteiligte sich die junge Sektion mit nur einer Herrenmannschaft am Punktspielbetrieb des Kreises Oschersleben, wobei es anfänglich hohe Niederlagen gab. Dennoch wuchs allmählich die Spielstärke. Erste Siege stellten sich ein und bald konnten sowohl eine männliche als auch eine weibliche Jugendmannschaft gemeldet werden.


In den Anfangsjahren wurde im einstigen Hildebrandt'schen Saal  gespielt. (Foto li.);

Hans-Dieter Rahn, Siegfried Dobrowski, Hannfried Buchholz, Wolfgang Otte , Dietmar Buchholz (oben v. li.), Lutz Tondera, Dietmar Beisch (mitte v. li.), Synold Klein und Detef Nowatzki (unten v.li.) starteten als Herren- und Jugendmannschaft in der Bezirksklasse Harz

Die goldenen 1970iger und 1980iger Jahre


Mitte der 1970-iger Jahre wurde die Sporthalle saniert (Foto links). Dietmar Beisch, Hans-Dieter Rahn, Synold Klein , Lutz Tondera, Klaus Großmann , Franz Vesely , Olaf Ruppert, Dietmar Buchholz (v. li.) sowie Hannfried Buchholz weilten zu einem Freundschaftsspiel in Leipzig.

 

Im männlichen Nachwuchsbereich trainierten Wolfgang Otte †, Hans-Dieter Rahn, Klaus Großmann, Siegfried Dobrowski und Bernd Hintze unter der Anleitung von Dietmar Buchholz. Diese Mannschaft gehörte gemeinsam mit Stahl Blankenburg und Motor/Vorwärts Oschersleben zu den spielstärksten des Bezirkes Magdeburg. Im weiblichen Nachwuchsbereich vertraten Regina Heß, Christel Pollok, Ingelore Schäfer und Margit Piekert ebenfalls erfolgreich die Farben Gunslebens.
Außer am Punktspielbetrieb beteiligten sich die Mannschaften Gunslebens auch an anderen Wettbewerben, so z.B. an den Spielen um den FDGB-Pokal oder um den Landsportpokal. Letzterer wurde nicht nur auf Kreisebene mehrfach gewonnen, um schließlich endgültig in den Besitz der SG 1960 Gunsleben überzugehen. Im Herrenbereich konnte sich Gunsleben 1971 sogar für die DDR-Endrunde qualifizieren, die in Niederwiesa (damals Bezirk Karl-Marx-Stadt) ausgetragen wurde.

Hannfried Buchholz und Hans-Dieter Rahn
Erfolgreiche Übungsleiter in den 1980-iger Jahren: Hannfried Buchholz (li.) und Hans-Dieter Rahn

Besonders kontinuierlich wurde in den 1980er Jahren im Nachwuchsbereich gearbeitet. In dieser Zeit waren mit Hannfried Buchholz und Hans-Dieter Rahn zwei zielstrebige Übungsleiter tätig, die um ihre Töchter Daniela und Jeanette u.a. mit Anja Slotta, Cornelia Krausmann, Sylvia Bock und Susi Heine weitere Spielerinnen erfolgreich ausbildeten. 1984 und 1985 qualifizierten sich die Gunsleberinnen für die DDR-Meisterschafts-Endrunde der  Schülerinnen in Bad Schmiedeberg und gehörten damit zu den 12 besten Teams der DDR.
Als weibliche Jugend wurde Gunsleben1986 und 1987 Jugendpokalsieger des Bezirkes Magdeburg, parallel dazu belegten die Mädchen 1985 den 2. und 1986 den 3. Platz in den DDR-Endrunden um den Landsportpokal.
Im Spieljahr 1986/87 startete die weibliche Jugendmannschaft, inzwischen verstärkt durch Anke Thomas und Kerstin Friebertshäuser aus Gröningen, erstmals in der Damen-Bezirksliga des  Bezirkes Magdeburg, in der sie unter der Regie von Hannfried Buchholz und Hans-Dieter Rahn 1987, 1988 und 1990 Mannschaftsbezirksmeister wurde, was 1988 den Aufstieg in die DDR-Liga bedeutete. Obwohl die DDR-Liga nicht gehalten werden konnte, zählt der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse zu den größten Erfolgen des Vereins.

Die erfolgreiche Gunsleber Damenmannschaft: Anja Slotta, Anke Thomas,  Daniela Buchholz und Jeanette Rahn (v.li.)
Die erfolgreiche Gunsleber Damenmannschaft: Anja Slotta, Anke Thomas, Daniela Buchholz und Jeanette Rahn (v.li.)

Neuanfang nach der politischen Wende

Markus Buchholz
Markus Buchholz, einer der erfolgreichsten Gunsleber Tischtennisspieler

Nach der Wende führten insbesondere im Damenbereich Studium, Berufsausbildung und Berufsausübung zu erschwerten Bedingungen und letztlich zur Auflösung der Damenmannschaft.
Im Herrenbereich indes war es möglich, vier Mannschaften für den Punktspielbetrieb zu melden, von denen die 1. Mannschaft sowohl in der Bezirksklasse als auch zeitweise in der Bezirksliga spielte. Die unteren Mannschaften spielten allesamt auf Kreisebene.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Brüder Dietmar und Hannfried Buchholz ehrenamtliche Leitungsfunktionen im Deutschen Tischtennis-Verband der DDR (DTTV) auf Kreis-, Bezirks- und Republikebene und nach der Wende im Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) auf Kreis-, Landes- und Bundesebene ausübten und dafür mehrmals ausgezeichnet wurden.
Markus Buchholz wiederum besuchte das Sport-Gymnasium Halle und wurde dort speziell im Tischtennis ausgebildet. Er war seit März 2000 Vorsitzender des SV 1960 Gunsleben, bevor er diese Funktion im Frühjahr 2012 seinem Cousin Rüdiger Buchholz übergab. Im Gründungsjahr 1960 war Günter Rottländer Vorsitzender des Vereins. Ihm folgten in dieser Funktion Hans Rahn †, Bernd Junge, über viele Jahre Dietmar Buchholz, danach Heiko Pfeiffer, Rüdiger Buchholz und nochmals Dietmar Buchholz.


Die Tischtennis-Abteilung des SV 1960 Gunsleben im Jahr 2000 (li.) und Grünkohwanderung 2011


Beste Spielbedingungen in der sanierten Sporthalle (li.) Für seine langjährige Funktionärstätigkeit wurde Dietmar Buchholz mit der Ehrengabe des Landrates geehrt.

Dass das Spiellokal, welches schon zu DDR-Zeiten von den TT-Sportlern in Eigenregie verbessert und nach der Wende mit großen finanziellen Mitteln zu einer modernen Wettkampfstätte ausgebaut wurde, ist in erster Linie ein Verdienst vom damaligen Bürgermeister Michael Koch sowie Rüdiger Buchholz und Armin Bergemann, die sich für den Ausbau und die Modernisierung der Sporthalle zielstrebig einsetzten.
Zu den Aktivitäten des Sportvereins gehörte vor der Wende auch die Ausrichtung der beliebten traditionellen TT-Pfingstturniere mit Mannschaften aus den Bezirken Erfurt, Halle, Cottbus und Magdeburg, verbunden mit einem abschließenden großen Sportlerball, einem Höhepunkt im Leben der Dorfbevölkerung.

Nach der Wende waren es das jährliche „Große Bruch-Turnier“ im Tischtennis und die gemeinsam mit dem Feuerwehr-Förderverein veranstalteten Park - bzw. Sommerfeste, die ebenfalls gut besucht wurden.

Zum 50jährigen Vereinsjubiläum kamen viele ehemalige Mitglieder nach Gunsleben
Zum 50jährigen Vereinsjubiläum kamen viele ehemalige Mitglieder nach Gunsleben

50 Jahre SV 1960 Gunsleben

Vor 50 Jahren als SG 1960 Gunsleben gegründet feierte der heutige SV 1960 Gunsleben mit zahlreichen Gästen aus Nah und Fern sein 50-jähriges Vereinsjubiläum. Viele, die in irgendeiner Form etwas mit dem Sport in der kleinen Gemeinde am Großen Bruch zu tun hatten oder als aktive Sportlerinnen und Sportler in einer der Gunsleber Damen- und Herrenmannschaften spielten, waren der Einladung gern gefolgt. So gab es beim Wiedersehen in der örtlichen Sporthalle oder an der Kaffeetafel sehr viel zu erzählen. Alte Geschichten wurden "hervorgekramt" wobei wohl die Frage "weißt Du noch?" am meisten zu hören war.

 
Jede Menge Fotos von der 50-Jahrfeier des SV 1960 Gunsleben gibt es hier!

Großzügige Spende

Der SV 1960 Gunsleben hat dank Bernd Junge, 500,00 € beim Radiogewinnspiel des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) "Sie sind der Schiri" gewonnen.

Am 30.Oktober.2012 übergab der MDR Moderator Sören Thümler in Anwesenheit vom Ehepaar Maria und Bernd Junge die Urkunde an den Vorstand des Sportvereins Rüdiger Buchholz und Armin Bergemann..