Mega-Sause auf dem Bahnhof

Wer das, was sich am Samstag Abend auf dem Gunsleber Bahnhof abspielte als "kleine Feier" zum 3. Advent bezeichnet, muss schon einen leichten Hang zur Untertreibung haben. Etwa 80 Leute waren gekommen und sorgten für ein mächtiges Gewusel in der ehemaligen Kneipe und den Diensträumen der Deutschen Bahn bzw. Reichsbahn. Der Speicher- und neuerdings auch Bahnhof-Besitzer Karl-Friedrich Förster hatte die Gunsleber Einwohner im Rahmen der Sanierungsarbeiten des seit fast zwanzig Jahren leer stehenden und zusehends dem Verfall preisgebenen Gebäudes zu einer Feier eingeladen. Und gekommen waren eine Reihe interessierter Gunsleber Bürger, die sehen wollten, was aus dem einst so beliebten "Schmelztiegel" von Bahnreisenden und den Gästen der einst von "Gretchen Goldzahn" geprägten Bahnhofskneipe geworden ist. Gekommen war auch fast die komplette Belegschaft der Aschersleber Sinus GmbH, einer von Försters Zulieferfirmen.  Der in der Möbel-Branche erfolgreichen Inhaber der Firma  KKF-Design in Lemgo  war auf den großen Andrang bestens vorbereitet und hatte nicht nur seine Arbeiter aus dem Salzlandkreis, sondern neben einer Unmenge von geistigen und alkoholfreien Getränken auch ein üppiges und gut sortiertes warmes  Büffet auffahren lassen.

Und gekommen waren auch einige Ex-Gunsleber, wie beispielsweise Peter Gehlmann aus Hüttenrode. Maria und Bernd Junger aus Magdeburg sowie Petra und Hannfried Buchholz aus Oschersleben. Letztere waren als letzte Bewirtschafter der Bahnhofskneipe und bis 1995 letzte Bewohner des Gunsleber Bahnhofs,  besonders daran interessiert, zu sehen, was es "ihrem" Bahnhof geworden ist.